Du bist mitten im Wahlkampf und hast ein mulmiges Gefühl, was den Ausgang der Wahl betrifft? Dann solltest du dir die folgende Liste genau anschauen und checken, ob und wie viele Punkte auf deinen Wahlkampf zutreffen. Willst du die Wahl verlieren, dann solltest du möglichst viele Punkte abhaken 😉

Verlierermethoden bei der Strategie

1. Agiere wie ein kopfloses Huhn!

Ohne Plan und Verstand einfach mal drauf los wahlkämpfen. Besser nicht, denn dann verlierst du bestimmt die Wahl. Lieber hinsetzen und die Kampagne ordentlich planen. Die ersten Fehler beginnen bei der Analyse. Entweder wird gar keine gemacht, was das allerschlimmste ist oder es werden wichtige Teile vergessen. Selbst eine Low-Budget-Analyse ist immer noch besser als gar keine Analyse. Aus der Analyse ergeben sich schon zwangsläufig einige Erkenntnisse, die in eine Strategie und damit in eine Wahlkampfkonzeption eingebaut werden können. Und wenn die Strategie / Konzeption mal steht, sprudeln die Ideen, um Themen und Köpfe mit guten Aktionen zu verbinden. Das alles zusammengefasst in einem Drehbuch, einer tollen Geschichte, dem berühmten roten Faden und schon steht der Fahrplan für den Wahlkampf.

2. Habe kein klares Profil und spring sofort auf jedes neue Thema!

Beliebigkeit kann tödlich für einen Wahlkampf sein. Das gleiche gilt für das Fähnchen im Wind und die Kandidatin, die sofort auf jedes Thema drauf springt. Unsichere und unerfahrene Kandidaten, die in der heißen Phase viel mit Menschen in Kontakt kommen, laufen Gefahr, jedes Problem, das von drei Bürgern vorgetragen wurde, als neues Thema zu identifizieren. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte: Natürlich muss man seine Augen und Ohren in der Bevölkerung offenhalten und kann so Themen identifizieren, die noch keine andere Kandidatin auf dem Schirm hat. Doch es muss aber auch ein Thema für viele Menschen sein und keine Einzelmeinung von einer Handvoll Bürgern, die womöglich besonders laut ihre Anliegen vortragen. Der Punkt zeigt sehr deutlich die Notwendigkeit einer ordentlichen Analyse, für die aber leider auf der kommunalen Ebene oft das Geld fehlt. Jedenfalls sind Überraschungen durch unerwartete Themen bei guten Analysen ziemlich selten.

3. Rede über No-Go-Themen im Wahlkampf!

Eigentlich sollte es keine No-Go-Themen geben. Eigentlich. Denn es gibt sie dann halt doch. Themen, die man eher meiden sollte. Dabei kommt es sehr auf das Wahlgebiet und die Wählerschaft an. In einer Kleinstadt im Grünen sollte man kontroverse Bundes- oder Landesthemen eher meiden. Es sei denn, man will damit angreifen und Stimmung machen. Ganz allgemein sind No-Go-Themen: Private Geschichten anderer Kandidaten, religiöse Themen und allgemeine gesellschaftliche Tabus. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel.

4. Streite dich wie die Kesselflicker mit deinen Gegenkandidaten!

Das ist ein kontroverser Punkt. Denn einerseits lebt die Demokratie vom Widerspruch und von unterschiedlichen Interessen und Ansichten. Anderseits ist politischer Streit bei Wählern, vielen Parteimitgliedern und auch den Medien eher verpönt und wird nicht unbedingt als was Produktives, sondern als was Negatives angesehen. Eigentlich traurig, aber dennoch Realität, vor allem in Deutschland. Bürgermeister- und Landratskandidaten sollten sich daher mit zu harten Attacken zurückhalten und eher über den Dingen stehen. Denn diese Ämter benötigen „Moderatoren“, die mit allen Parteien und Interessengruppen sprechen können und sich nicht als Spalter der Gesellschaft inszenieren. Sehr nervend ist für viele auch, den Gegner am laufenden Band schlecht zu machen. Erfolgs versprechender ist es, über die eigenen Vorzüge zu reden. Ist ja im richtigen Leben auch so: Wer einem interessanten Menschen näher kommen möchte, sollte eher von seiner Schokoseite erzählen, anstatt andere schlecht dastehen zu lassen, um selbst zu glänzen. Je mehr man sich an anderen abarbeitet, desto eher erweckt es den Eindruck, man selbst habe gar nichts zu bieten.