Du bist mitten im Wahlkampf und hast ein mulmiges Gefühl, was den Ausgang der Wahl betrifft? Dann solltest du dir die folgende Liste genau anschauen und checken, ob und wie viele Punkte auf deinen Wahlkampf zutreffen. Willst du die Wahl verlieren, dann solltest du möglichst viele Punkte abhaken 😉 Diesmal mit Fehlern beim Wahlkampfteam / der Agentur.
Die Punkt 1 bis 4 findest du hier. Die Punkte 5 bis 12 findest du hier.

Verlierermethoden beim Wahlkampfteam / der Agentur

13. Umgib dich mit Ja-Sagern

Ohne kritische Leute im Wahlkampfteam fehlt die nötige Distanz zur eigenen Kampagne und sie kann schnell zur Jubelveranstaltung werden. Nach dem Motto: Alles, was wir machen, ist ganz toll und alles, was die anderen machen, ist totaler Mist. Dass ein bisschen Auto-Suggestion dazu gehört, ist klar und steigert die Leistungsfähigkeit und Motivation des Teams. Wie bei vielen Sachen geht es aber auch um die richtige Dosierung. Denn zu viel Selbstbeweihräucherung kann gefährlich für eine Kampagne werden. Und professionelle Kritik aus dem Team ist nicht gleichzusetzen mit mangelnder Loyalität. Das müssen sich vor allem empfindliche Kandidaten zu Herzen nehmen.

14. Entscheide immer alles schön demokratisch

So schlimm es sich auch für jeden Demokraten anhören mag, aber eine Wahlkampagne ist eine kleine Diktatur auf Zeit – das gilt besonders für Bürgermeister- und Landratswahlen. Denn: „Viele Köche verderben den Brei“. Aber Vorsicht: Dieser Satz bezieht sich nur auf die Entscheidungsstrukturen, nicht auf Ideensammlung und professionell moderierte Abstimmungsprozesse. Soll heißen: Natürlich sollte man sein Team bei wichtigen Entscheidungen mitnehmen, aber man muss nicht jedes Detail demokratisch im Team abstimmen, denn das lähmt und frisst wertvolle Zeit. Der Wahlkampf muss einem klaren Drehbuch, einem roten Faden folgen und der wiederum muss zur Partei oder zum Kandidaten passen. Und das letzte Wort hat entweder der Wahlkampfmanager oder der Kandidat.

15. Schlage den Rat von Wahlkampfexperten aus!

Das gilt besonders für unerfahrene Wahlkämpfer, die meinen, sie müssten das Rad neu erfinden oder in jedes Fettnäpfchen tappen. Wenn der Experte z.B. vorschlägt, das Wahlprogramm eher kurz und knackig zu halten und auch ein bisschen vom Privatleben des Kandidaten zu erzählen, kann das in unerfahrenen Teams Grundsatzdebatten auslösen. „Aber die Leute müssen doch genau wissen, für was der Kandidat steht und hierfür muss man mindestens 4 Seiten Wahlprogramm in den Flyer schreiben“. Jein, denn die Erfahrung zeigt, dass die Wenigsten umfangreiche Wahlprogramme lesen. Kurze Schlagworte, gut und pointiert vorgetragen, mit starken Bildern, die die Botschaft unterstützen, sind wirksamer als lange Texte. Die Details kann man auf die Homepage stellen, für diejenigen, die es wirklich ganz genau wissen wollen. Das ist aber nur eines von vielen Beispielen. Selbstverständlich liegt auch mal ein Wahlkampfexperte daneben oder hat nicht gleich den richtigen Rat parat. Das sollte jedoch die Ausnahme sein. Dann solltest du dich fragen, ob der Experte auch wirklich was von der Materie versteht. Guten Rat anzunehmen, ist nicht zu verwechseln mit blindem Gehorsam der Experten, der genauso kontraproduktiv sein kann, als keinen Rat anzunehmen. Siehe hierzu auch den nächsten Punkt.

16. Spare am falschen Ende – vor allem an guten Medien

„Die Strategie entwickle ich mit meinem Partner, die Wahlkampfbilder macht mein Schwager und den Flyer kann eine Bekannte von mir machen“. Kann man so machen, aber dann kann es auch schnell großer Mist werden. Denn nicht umsonst gibt es Profis, die so etwas beruflich machen. Es kommt auch kaum jemand auf die Idee, selbst in den Urlaub zu fliegen oder dem Partner das Knie zu operieren. Vor allem hochwertige Medien wie Bilder, Flyer und Texte sind das A und O in der Außenkommunikation. Denn der Kandidat wird es außer in sehr kleinen Wahlgebieten nicht schaffen, alle Wähler persönlich zu erreichen. Ergo müssen die Wahlkampfmaterialien professionellen Anforderungen genügen und den Kandidaten von der besten Seite präsentieren. Also besser nicht am falschen Ende sparen. Denn das könnte am Ende teurer werden.