Autor: Alexander Koch

Zehn erfolgreiche Wahlslogans aus drei Ländern und zwei Jahrhunderten

Zehn erfolgreiche Wahlslogans Kein Wahlkampf kommt ohne einen Slogan aus. Dieser soll die Inhalte des oder der Kandidatin beziehungsweise einer Partei möglichst prägnant transportieren. Das hört sich wesentlich einfacher an, als es ist. Hierüber beraten mitunter ganze Stäbe von Wahlkampfprofis. Nun ist ein guter Slogan längst nicht alles. Er ist nur ein Bestandteil des Wahlkampfs, aber ein wichtiger. Zwar kann man mit einem guten Slogan allein keine Wahl gewinnen. Aber er kann einen Wahlsieg entscheidend befördern, indem er dem eigenen Wahlkampf Schwung verleiht. Das muss übrigens nicht immer der „offizielle“ Wahlslogan sein. Mitunter entstehen während des Wahlkampfs griffige Schlachtrufe seitens der Anhänger oder in der Partei- oder Wahlkampfzentrale. Parteien bzw. Kandidaten sind dann gut beraten, diese inoffiziellen Slogans aufzunehmen und so den Schwung in den Wahlkampf zu tragen. Ein guter Slogan kann nur einmal verwendet werden? Falsch! Wenn es passt, können sogar 36 Jahre dazwischen liegen. Nur der gleiche Kandidat sollte einen Slogan nur einmal verwenden. Anbei zehn Beispiele für besonders gelungene Slogans aus erfolgreichen Wahlkämpfen aus drei Ländern von völlig weltanschaulich unterschiedlichen Parteien und Kandidaten aus zwei Jahrhunderten: 1. „Keine Experimente“: CDU mit Bundeskanzler Konrad Adenauer bei der Bundestagswahl 1957: Im Jahr 1957 war Konrad Adenauer acht Jahre Bundeskanzler. Genauso lange existierte die Bundesrepublik Deutschland. Bei der dritten Bundestagswahl der jungen Republik stand viel auf dem Spiel. Der damals 81-jährige Adenauer verstieg sich sogar zu der Aussage, dass...

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Ein Jahr Präsident Donald Trump

Ein Jahr Präsident Donald Trump Seit rund einem Jahr ist Donald Trump, der 46. Präsident in der Geschichte der USA, im Amt. Viele seiner Kritiker, die seine Wahl im November 2016 kaum fassen konnten, hatten ihm wohl gar nicht zugetraut, dass er sich ein Jahr im Amt würde halten können. Umgekehrt hatten „Beschwichtiger“ vermutet, der Präsident würde sich im Amt schon „mäßigen“. Beide Seiten lagen falsch. Auch jene, die darauf gesetzt hatten, die Republikaner im Kongress würden Trump schon „einfangen“, lagen schief. Diese brauchen Trump und der Präsident braucht sie. Nach einem Jahr Präsidentschaft hat sich gegenüber dem Amtsantritt im Kern nicht allzu viel geändert: Seine Gegner sind über Trump entsetzt, seine Anhänger halten zu ihm. Das Land ist seit Jahren politisch stark polarisiert. Trumps Präsidentschaft vertieft die Gräben weiter. Trumps Wahlversprechen Der Präsident ist darum bemüht, viele seiner Wahlversprechen einzuhalten. Das entsetzt seine Gegner und überzeugt seine Anhänger. Da Trump versucht, sein Wahl-Programm umzusetzen, geben ihm die meisten seiner Anhänger nicht unbegrenzt, aber doch einen gewissen Kredit. Pannen, Fehler und misslungene Gesetzesvorlagen werden verziehen. Bei der Einwanderungsgesetzgebung hat Trump zum Entsetzen seiner Gegner die Zügel tatsächlich angezogen. Gegen illegale Immigranten wird noch härter vorgegangen als unter Präsident Obama. Unter dem „Liberalen“ Obama wurden Millionen von illegalen Immigranten nach Mexiko abgeschoben. Das fiel vergleichsweise wenig auf, da Obama ein liberales Image hatte und von den Republikanern als „Weichei“ attackiert...

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„Kadavergehorsam“ oder „Rebellion“? Die unterschiedlichen politischen Kulturen von CDU und SPD

Ein häufig zitiertes Mantra der letzten Jahre ist, dass sich CDU und SPD so ähnlich geworden sind. Die Profile der beiden Volksparteien würden immer mehr verwischen. Doch stimmt das überhaupt? Und dürfen sich SPD und CDU überhaupt noch Volksparteien nennen? Angesichts von Wahlergebnissen bei 32,9% (CDU/CSU) und erst recht bei nur noch 20,5% lässt sich der Begriff in der Tat bestreiten. Inhaltlich ist eine Annäherung zwischen CDU und SPD auch nicht zu leugnen. Sofern in der langen Ära von Bundeskanzler Helmut Kohl vorhergesagt worden wäre, dass seine Nachnachfolgerin die Wehrplicht aussetzen, die Grenzen für Flüchtlinge öffnen und lange offenhalten, das Elterngeld einführen, die Atomkraftwerke möglichst schnell abschalten und einen Mindestlohn einführen würde, hätte Kohl wahrscheinlich nur gesagt, dass ein so radikales rot-grünes Wahlprogramm in der Bundesrepublik niemals eine Mehrheit finden würde. Doch das war CDU-Politik unter Angela Merkel. Insofern ist mindestens eine inhaltliche Annäherung – trotz nach wie vor bestehender Unterschiede in diversen Sachthemen – nicht zu leugnen. Doch in einem Punkt unterscheiden sich SPD und CDU deutlich: Sie haben völlig unterschiedliche politische Kulturen. Der vorhandene Widerspruchsgeist gegenüber der eigenen Parteiführung könnte kaum gegensätzlicher sein. Brave CDU Die CDU hat eine große Stärke, die gleichzeitig als Schwäche gesehen werden muss: Ihre Mitglieder schlucken von der Parteiführung (fast) alles. Angela Merkel hat in ihrer Amtszeit so viele CDU-Positionen geräumt, dass man sie kaum noch zählen kann. Einige Beispiele wurden bereits...

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Politischer Jahresrückblick 2017

Zeitenwende in der Bundesrepublik Während sich im Jahr 2017 Island und Schweden für die Fußball-WM qualifiziert haben, Italien und die Niederlande aber nicht, hielt auch die Politik in Deutschland kuriose Entwicklungen bereit: Eine scheinbar unverwundbare Bundeskanzlerin Angela Merkel ist plötzlich politisch schwer angeschlagen und kämpft um ihr politisches Überleben. Die FDP zieht mit einem fulminanten Ergebnis wieder in den Deutschen Bundestag ein, aber verschmäht es, in die Regierung zu gehen. Inhalte sind den Liberalen wichtiger als Ministerposten. Auch das war man bislang nicht unbedingt so von der FDP gewohnt. Die Grünen zeigen sich äußerst pragmatisch und wendig und wären bereit gewesen, mit der Union einschließlich der CSU zu regieren. Die SPD erlebt nach jahrelanger Talfahrt einen spektakulären Aufschwung mit einem neuen Vorsitzenden und einer großen Eintrittswelle von neuen Mitgliedern zu Beginn des Jahres. Allerdings fällt sie im Anschluss an das Hoch umso tiefer. Horst Seehofer verkündet Ende des Jahres, dass er in der CSU und in Bayern mit Markus Söder ein harmonisches Duo bilden will. In den Umfragen ist die CSU in Bayern allerdings inzwischen unter 40% abgesackt. Bei der Bundestagswahl blieb sie in Bayern sogar unter dieser sonst nur müde belächelten Marke. In den Deutschen Bundestag zieht mit der AfD eine rechtspopulistische Partei ein, ein Tabubruch. Beim Wahlergebnis übertreffen sie sogar noch die FDP und werden mit 12,6% drittstärkste Partei. Aber unmittelbar nach der Wahl verlässt die Vorsitzende...

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SPD-Sieg in Niedersachsen: Wie gelang Stephan Weil die Wende?

Die Wahlkämpfe von Stephan Weil bei der Landtagswahl in Niedersachsen und von Martin Schulz bei der Bundestagswahl hatten eine umgekehrte Dynamik. Während Schulz zu Beginn des neuen Jahres 2017 mit viel Zustimmung und hohen Umfragewerten startete, hatte Weil zu Beginn seines Landtagswahlkampfs im Sommer 2017 mit fallenden Werten und negativen Schlagzeilen zu kämpfen. Am Wahltag sah es anders aus: Während Schulz die Bundestagswahl mit dem schlechtesten Ergebnis, das die SPD jemals bei Bundestagswahlen erzielt hat, verlor, siegte Weil überraschend deutlich bei der Landtagswahl in Niedersachen. Die SPD wurde hier zum ersten Mal seit 1998 stärkste Partei. Natürlich lassen sich eine Bundestags- und eine Landtagswahl nur schwer miteinander vergleichen. So standen in Niedersachsen landespolitische Themen in der Diskussion, die im Bund keine Rolle spielten. Zudem müssen die Wähler über eine völlig andere Regierung mit anderen Personen abstimmen. Dennoch stellt sich die Frage, warum die SPD bei der Landtagswahl in Niedersachen mit Weil satte 17 Prozentpunkte besser abschnitt, als die SPD im Bund nur drei Wochen vorher mit Schulz als Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl. Selbst im Vergleich zum SPD-Ergebnis bei der Bundestagswahl in Niedersachsen bleibt eine satte Differenz von rund 10 Prozentpunkten. Wie ist das zu erklären? Gegensätze SPD und CDU Ein wichtiger Unterschied ist zweifellos, dass SPD und CDU in Niedersachsen in keiner Großen Koalition miteinander regierten und sich traditionell gegenseitig stark ablehnen. Die Gegensätze waren nicht gespielt, sondern echt....

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