Kategorie: Bundestagswahl 2017

Wer wählte die AfD und warum?

Der Wahlsonntag am 24.9.2017 war für viele Menschen ein Schock. Zum ersten Mal im wiedervereinigten Deutschland zog eine dezidiert rechtspopulistische Partei in den Deutschen Bundestag ein. Erschütternd war hierbei zusätzlich, dass sie das nicht mit einem Ergebnis von beispielsweise 5,6% schaffte – das war das Ergebnis der Grünen bei deren erstem Einzug in den Deutschen Bundestag bei der Bundestagswahl 1983 – sondern mit einem zweistelligen Ergebnis auf dem dritten Platz im Parteiensystem. Gegenüber der letzten Wahl 2013, als die AfD knapp an der 5-%-Hürde gescheitert war, verdreifachte die AfD fast ihr Ergebnis. Sie ist damit zusammen mit der FDP, die in den Deutschen Bundestag mit 10,7% wieder einzog und sich dabei gegenüber 2013 mehr als verdoppelte, der eigentliche Gewinner der Bundestagswahl. Grüne und Linke hatten beide Ergebnisse von um die 9% eingefahren und damit immerhin leichte Gewinne und somit respektable Resultate zu verbuchen. SPD, CDU und CSU mussten hingegen alle schwere Verluste hinnehmen und waren die eigentlichen Verlierer der Wahl. Doch wer hat die AfD gewählt und warum?   Wann entschieden sich die AfD-Wähler für die AfD? Nur 2% der AfD-Wähler bezeichneten sich als ihre Stammwähler. Erstaunlicherweise wusste zudem nur etwas mehr als die Hälfte der AfD-Wähler seit langem, dass sie die Partei auch bei der Bundestagswahl auf jeden Fall wählen wird.  Das bedeutet, dass die AfD bei der Bundestagswahl umgerechnet 6% bis vielleicht 7% ziemlich sicher hatte. Das...

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Der Internet-Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017

Die Parteien gingen den Bundestagswahlkampf 2017 im Internet höchst unterschiedlich an. Einige Parteien nutzten dabei die Möglichkeiten des Internets deutlich effektiver als die Konkurrenz. Trotz ihrer hohen Geldmittel machten vor allem CDU/CSU und SPD viel zu wenig daraus. Im Gegensatz zum amerikanischen Wahlkampf spielten sogenannte „social bots“ (Meinungsroboter) oder der Nachrichtendienst Twitter keine wesentliche Rolle. Facebook, WhatsApp und you tube waren hingegen wichtige Plattformen, die für Wahlwerbung genutzt wurden. “Micro-Targeting”, das gezielte Ansprechen von eigenen potenziellen Wählergruppen, wurde von den den vier kleineren Parteien durchaus geschickt im Internet eingesetzt. CDU/CSU – Beim eigenen Wahlkampf eingeschlafen Nachträglich wirkt es so – die Union verlor mehr als acht Prozentpunkte – als sei die Union beim eigenen Wahlkampf eingeschlafen. Das gilt im Kern auch für den Wahlkampf im Internet. Bloß „keine Experimente“. Doch im lauten und vielfältigen Internet erzeugt man so weder Spannung noch Aufmerksamkeit. Kreuzbrave Videos und Beiträge sprachen nur wenig Zuschauer an. Die größte Partei hatte auf ihrer Facebook-Seite relativ geringe Like-Zahlen von weit unter 200.000. Sie war damit im Internet keinesfalls die größte Partei. Der Fokus lag stark auf traditionellen Vertriebskanälen, weniger auf dem Internet. Bis zum Wahltag schien das dennoch alles zu reichen. Doch viele Abgeordnete der Union haben nun ihr Mandat verloren. Die Regierungsbildung und Regierungsführung wird voraussichtlich äußerst schwierig werden. https://www.morgenpost.de/politik/article209403515/Wie-die-Parteien-2017-in-den-digitalen-Wahlkampf-ziehen.html SPD – Kein Risiko, keine Polarisierung Trotz ihrer guten finanziellen Ausstattung galt für die SPD...

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Können TV-Duelle eine Wahl beeinflussen?

Gestern war es soweit: Angela Merkel gegen Martin Schulz, das große TV-Duell. Die Spannung stieg bis ins Unermessliche und um 20.15 Uhr am Sonntagabend lieferten die beiden Haupt-Protagonisten den Höhepunkt dieses Wahlkampfs zur besten Sendezeit. War es so? Alle Leser, die das TV-Duell gesehen haben, werden nun wahrscheinlich schmunzeln. Das Duell glich mindestens zeitweise eher einem Duett. Die Große Koalition verlängerte sich mindestens teilweise gefühlt ins Fernseh-Studio. Sowohl Martin Schulz als auch Angela Merkel machten hierbei aus ihrer Perspektive keinen schlechten Job, das muss festgehalten werden. Aber wirkliche Spannung kam nicht auf. Das Format wirkte eher steril und würgte gerade die Möglichkeiten des Herausforderers ab. Das Kanzleramt hatte zuvor mehr oder weniger auch die Bedingungen des TV-Duells diktiert. Sie fielen – aus der Sicht von Angela Merkel verständlich – nicht so aus, dass der Herausforderer allzu viele Möglichkeiten hatte, Merkel wirklich anzugehen. Schulz musste einerseits angreifen, durfte aber andererseits auch nicht zu aggressiv wirken, ein schwieriges und fast unlösbares Dilemma. An der einen oder anderen Stelle gelang es Schulz dennoch, Merkel mit unangenehmen Punkten in Schwierigkeiten zu bringen. Im Großen und Ganzen jedoch blieb Merkel souverän und parierte relativ gelassen die Angriffe des Herausforderers. Nach Meinung der TV-Zuschauer hat sie denn auch das TV-Duell gewonnen. Schulz schlug sich nach Meinung der Zuschauer aber besser, als es die meisten vorher erwartet hatten. Dennoch ist dies angesichts von Merkels Sieg laut...

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